Das Original Braunvieh im Allgäu

Das Original Braunvieh ist ein Kulturgut aus dem Allgäu und die Wurzeln reichen weit zurück bis in die Zeit der Alemannen (5.-10. Jahrhundert). Jedoch breitete sich anfangs des 19. Jahrhunderts die eingeschleppte Rinderpest auch im Allgäu aus und grosse Teile der Viehbestände fielen ihr zum Opfer. Darunter auch rund zwei Drittel des Original Braunvieh – Bestands.

Das Original Braunvieh ist eine Zweinutzungsrasse und kombiniert somit die Leistungsmerkmale von Milch und Fleisch. Durch seine Robustheit und Genügsamkeit konnte es perfekt mit den Bedingungen des rauen Allgäus umgehen.

Als dann aber anfangs des 19. Jahrhundert die Milchwirtschaft im Allgäu aufblühte trat die Milchleistung der Tiere in den Vordergrund. So verdrängten leistungsstärkere Milchkuhrassen das heimische Original Braunvieh und wurde so durch importierte Milchkühe ersetzt. Dieser Trend setzt sich leider stetig fort. Durch die immer stärkere Industrialisierung wurden diese Zweinutzungsrasse weiter verdrängt und immer intensivere Milch- oder Fleischrassen gezüchtet und zu Hochleistungsrindern entwickelt. Diese Hochleistungsrinder sind demzufolge auch nicht mehr genügsam und benötigen – neben dem für Wiederkäuer natürlichen Raufutter – rau Mengen an Kraftfutter (z.B. Mais, Soja oder Getreide).

So verringerte sich der Bestand an Original Braunvieh, bis die Rasse fast ausgestorben war. Erst 1987 formierten sich Züchter, um den Bestand zu retten. So gab es im Jahre 1997 rund 170 Tiere, aber auch heute noch ist das Original Braunvieh stark gefährdet und aktuell im Allgäu nur noch in einem kleinen Bestand von ca. 700 Tieren erhalten. Als Vergleich liegt der Rinderbestand aller Rassen im Allgäu bei rund 375.000 Tieren demzufolge sind nur noch knapp 0.2% vom Rinderbestand das heimische Original Braunvieh. So gehört die Rasse auch zu den stark gefährdeten Rinderrassen in Deutschland.

Das Original Braunvieh ist ein der besten Rassen, wenn es darum geht, aus Gras und Heu (d.h. ohne Ackerprodukte) Fleisch und Milch zu erzeugen. Natürlich kann das Original Braunvieh nicht mit den Hochleistungsrindern, die mit grossen Mengen an energiereichem Futter (Mais, Soja etc.) zugefüttert werden – und fast ausschliesslich im Stall stehen – mithalten. Ihre Stärke liegt vielmehr im nachhaltigen extensiven Bereich. Ein Rind – man wundert sich! – das ausschliesslich von Gras und Heu ernährt werden kann. Aber nachhaltige Landwirtschaft heisst ja, mit dem produzieren, was auf dem Hof wächst. Mit dem Original Braunvieh soll auch eine alternative, nachhaltige Landwirtschaft gefördert werden. Übrigens: Rindvieh auf Dauergrünland konkurriert die menschliche Ernährung nicht; dort wo dieses Vieh grast, ist kein Ackerbau möglich. Im Sinne einer echten Nachhaltigkeit in der Milch- und Fleischproduktion sollten die Rinder wieder hauptsächlich von dem ernährt werden, was ihrer Natur entspricht: von Gras!

Das Fleisch vom Original Braunvieh

2011 wurde das Original Braunvieh in die „Arche des Geschmacks“ der Stiftung  Slow Food für biologische Vielfalt aufgenommen. Passagiere der Arche des Geschmacks erfüllen folgende Kriterien:

 – sind in ihrer Existenz bedroht
 – einzigartige geschmackliche Qualität
 – historische Bedeutung
 – identitätsstiftenden Charakter für eine Region
 – unterstützen nachhaltige Entwicklung einer Region
 – Tiere stammen aus artgerechter Haltung
 – frei von gentechnischer Veränderung
 – Produkte sind käuflich erwerbbar

Das Fleisch erfüllt höchste kulinarische Ansprüche. Die geschmacklichen Merkmale des Fleisches überzeugen durch ein deutliches, feines Aroma. Es ist kurzfaserig, fein marmoriert und von äußerst angenehmer Textur. Der intramuskuläre Fettanteil ist optimal.

Allgäu GUSTO bezieht die Ochsen von Erzeugern aus dem Projekt «Günztal Weiderind». Die Rinder wachsen mit viel Platz und frischer Luft auf der Weide ganz naturnah auf und dürfen ihre Hörner behalten. Zu fressen gibt`s ausschliesslich im Sommer Gras und Kräuter auf der Weide und im Winter Heu im Stall. Neben dem qualitativen Premiumfleisch bekommen Sie noch mehr: Mit dem Kauf von «Günztal Weiderind» helfen Sie mit, eine naturschonende Landwirtschaft zu fördern, eine vom Aussterben bedrohte Nutztierrasse zu erhalten und gleichzeitig die Vielfalt der Natur im Günztal zu pflegen. Erfahren Sie mehr über das Projekt «Günztal Weiderind».

Allgäu GUSTO setzt auf eine stressfreie und tierschutzgerechte Schlachtung nach ökologischen Anforderungen. Dies fängt schon bei kurzen Transportwegen an, worauf geachtet wird, dem Ochsen kein unnötiger Stress zuzuführen. Da die Original Braunviehrasse sehr ruhig und umgänglich ist erleichtert dies den Gang zum Schlachter enorm. Neben der Haltung ist dieser schritt äusserst wichtig für die Qualität des Fleisches. Die Weiterverarbeitung erfolgt mit handwerklichem Können und ohne künstliche Zusätze. Eine sorgfältige Fleischreifung wird mittels 7 Tage Dry-Aged (trockengereift) und anschliessendem mittels Wet-Aged (im Vakuumbeutel) erreicht.

Wer steckt hinter „Günztal Weiderind“

Die Region Günztal ist von einer sehr intensiv betriebenen Landwirtschaft geprägt. So finden viele Kühe heute nicht mehr ihren Weg auf die Weide, Wiesen werden 5 mal oder noch häufiger gemäht. Artenreiche Wiesen und Weiden, mit ihrer Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten, sind immer seltener geworden und können nur durch eine entsprechend extensive Nutzung gesichert und gefördert werden. Die Stiftung KulturLandschaft Günztal ist eine private Naturschutzstiftung mit Sitz in Ottobeuren, die sich das Ziel gesetzt hat, die biologische Vielfalt im Günzgebiet zu erhalten. Seit 2008 setzt sich die Stiftung deshalb mit dem Projekt Günztal Weiderind für eine naturschutzorientierte Landwirtschaft in Form einer naturnahen Weidewirtschaft ein, welche ein ideales Rückgrat für den Biotopverbund im Günztal darstellt.

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