WEIDEWIRTSCHAFT – EINE CHANCE ZUR
KLIMA- UND NATURRETTUNG

Tierhaltung und die Produktion von tierischen Lebensmitteln hat eine Jahrtausend alte Tradition.

Lange Zeit war das symbiotische Potenzial des Boden-Pflanze- Tierkomplexes im Gleichgewicht. Fleisch wurde anfangs nur gegessen, wenn der Jagderfolg da war. Gesammelt wurde, was die Natur hergab. Ackerbau war erst möglich, nachdem durch große Herden von Weidetieren, offene und humusreiche Flächen entstanden.

Dank weidender Tiere wie Rindern wurde der Boden überhaupt erst fruchtbar und konnte den immer mehr werdenden Menschen dieser Welt auch stets ausreichend Nahrung liefern.

Erst der Anspruch des Konsumdenkens – immer mehr und immer billiger Fleisch zu bekommen – führte zur heutigen Massentierhaltung.

Die abgerufenen Fleischmassen können nur noch auf industriellem Weg produziert werden – auf engstem Raum, durch Anbau von hochenergetischen Futtermitteln für die Turbomast auf wertvollen Ackerflächen.

Den Rindern wird vorgeworfen, sie rülpsen und stoßen somit das klimaschädliche Methan und CO² aus. Doch zu jedem Tier gehört eine bestimmte Futterfläche und Futterart. WIE die Kuh ernährt wird, DAS ist der springende Punkt. Die Kuh ist Grasfresser – Gras bringt etwa 1,4 MJ/kg an Energie. Getreide und Silomais bringen es auf einen Energiegehalt von bis zu 13 MJ/kg! Je energetischer das Futter, desto mehr übersäuert der Organismus. Bei einer solchen latenten Azidose bildet sich vermehrt Methan.

Der für die industrielle Milchproduktion und die industrielle Mast angebaute Silomais zehrt Humus – und setzt somit CO² frei.

Artgerecht gehaltene und gefütterte Rinder aus Weidehaltung sind nicht übersäuert und produzieren somit keine Übermengen an Methan.

Sie bewirtschaften in einer ausbalancierten Tier-Bodensymbiose nachhaltig die Wiesen und Weiden. Das von Rindern abgeweidete und gedüngte Wiesland bildet Humus und lagert damit sogar CO² im Boden ein. Durch den Vertritt der Flächen entsteht ein lockerer Boden, der die Vielfalt der Gräser fördert. In jedem hinterlassenen Kuhfladen finden während dessen Lebenszyklus 200 Arten von Lebewesen und Pflanzen ihre Existenz. Aktuelle Studien belegen ganz klar: Extensiv beweidete Flächen, wie z. B. die Flächen des Projektes „Günztal-Weiderind“ sind mit die artenreichsten Flächen in der Region. Resümee: Methan und Lachgas zählen neben Kohlendioxid (CO²) zu den klimarelevanten Gasen. Fast 88 % der gesamten Emissionen von Treibhausgasen entfallen auf CO². Diese Emissionen stammen aber zu über 80 % aus dem Energiebereich!

Rinder und Kühe in artgerechter Haltung und Fütterung sind somit als natürliche Methan-Produzenten keine Klimakiller, sondern liefern einen wertvollen Beitrag zu Klimaschutz und Artenvielfalt.

Diesen Prinzipien wird im Projekt „Günztal-Weiderind“ nachgelebt.

Das Rindvieh und die Natur stehen im Einklang. Das mit der einheimischen und bedrohten Rindviehrasse Original Braunvieh erzeugte Fleisch ist von höchster sensorischer, geschmacklicher und ideeller Qualität.

Dieser Artikel ist im Memminger Monat „JUNI“  erschienen.

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